Nur Fliegen ist schöner

Ja nun wurde es ja langsam wieder Frühling und das ständige Schritt laufen ging mir tierisch an die Nerven.

Sabrina gab mit zwar so ein Zeug von dem ich immer mal wieder müde wurde, aber im Frühling möchten ja nicht nur die Bäume ausschlagen. Hin und wieder hats mich dann doch auch gepackt und ich bin mit Sabrina am Strick quietschend durch die Gegend gesprungen. Man die hing manchmal ganz schön in den Seilen. Hät sich vielleicht auch mal so Bleieisen untendran nageln lassen sollen, dann wär sie sicher nicht so durch die Luft geflogen. Am Ende führte sie ja sogar mit Helm, weil sie wohl die Befürchtung hatte, der Himmel würde ihr auf den Kopf fallen.

Aber Ende April war es dann wieder soweit: Sabrina holte den Sattel raus. Ui, es schien ihr an dem Tag nicht besonders gut zu gehen, irgendwie war sie leicht grünlich im Gesicht.

Aber wir marschierten dann tatsächlich gesattelt und getrenst in die Reithalle. Selbige leerte sich in den folgenden Wochen immer rasant, als wir reingingen. Komisch wo doch die Reithalle so groß ist. Da passen locker 15 Pferde rein. Na ja, die ersten paar Mal war ich ja so froh, dass wir wieder was anderes machen. Da bin ich dann brav im Schritt die Hufschlagfiguren mitgedackelt. Aber irgendwann wars mir das dann ehrlich gesagt auch zu blöd. Alle anderen dürfen ja auch traben und gallopieren.

Na ja, und irgendwie haben sich die Gespenster an der Hallentüre bei C auch rasant vermehrt. Da dachte ich dass nehme ich doch mal zum Anlass.

Hab ich schon erwähnt, dass ich eigentlich Animateur werden wollte? Na, Sabrina habe ich auf jeden Fall mächtig auf Trab gehalten.

Erstmal bin ich dann mal nicht mehr hoch zu C. Warum auch? Dann hörte ich natürlich auch Kollegen in der Longierhalte durch die Gegend brettern. Da dachte ich mir so die müssen auf der Flucht sein. Tja besser ich flüchte auch mal…

So ne lange Seite in der Reithalle kann unter Umständen ziemlich kurz sein, gelle. Also ab dann ließ ich mir eigentlich die nächsten 2 Monate jede Menge Sachen einfallen. Einmal bin ich dreimal hintereinander im „starken“ Galopp selbstständig durch die Diagonale gewechselt. Im Mittelpunkt schön vier bis fünf Buckler eingebaut. Zugegeben im Eifer des Gefechts vielleicht etwas unkoordiniert und hoch. Sabrina hat sich tapfer gehalten, aber beim dritten Mal – plopp – blieb sie auf der Mittellinie zurück. Aber die ist ja zäh, ließ sich nicht unterkriegen und humpelte gleich zu mir hin und stieg schwankend in den Sattel und ritt weiter.

Ab diesem Zeitpunkt waren dann wirklich kaum noch Leute mit meinen Kollegen in der Halle als wir kamen. Dafür standen immer ziemlich viele Leute außen an der Bande rum.

Nachdem ich beschlossen habe, ich müsste mich wieder mehr bewegen, hat Sabrina das auch eingesehen und wir sind vorsichtig immer ein bisschen mehr getrabt.

Nur auch das wird irgendwann mal langweilig. Also entwickelte ich eine Phobie vor anderen Kollegen. Wenn ich also auf dem ersten Hufschlag an einem Kollegen vorbei musste stoppte ich oder beschleunigte halt eben mal richtig.

Das nächste Mal als ich beschleunigte hab ich so einen richtig großen Freudenbuckler eingebaut. Tja, ich habe wohl kurz vergessen, dass Sabrina noch oben saß. Aber sie saß nicht lange oben. Die flog nämlich mit dem Kop (im Helm) voran Richtung Bande und es tat einen ziemlichen Schlag. Der Helm war hin, der Kopf leicht beschädigt. Aber Sabrina hat ganz komisch geguckt, und irgendwie konnte sie auch erstmal nicht mehr alles richtig zuordnen, glaube ich.

Sie war dann wohl noch in der Kopfklinik – Gehirnerschütterung – und durfte für die nächsten 14 Tage gar  nicht reiten.

Von da an wurde ich regelmäßig von jemand anderem geritten. Der kannte da gar nichts. Augen zu und durch. So ein paar Sachen habe ich da schon auch hinbekommen. Es macht übrigens tierisch Spaß loszugaloppieren, wenn der Reiter mit einem Fuß im Bügel steht. Ist eine gute Konditionsübung für Reiter! Oder beim Hufe auskratzen – zong – einfach im Galopp Richtung Box und den verblüfften Reiter mit dem Kratzer in der Hand einfach stehen lassen.

Ja, da habe ich mir allerhand einfallen lassen. Aber auch diese Zeiten gingen vorbei. Und irgendwann konnte ich wieder normal bewegt werden und auch auf die Koppel mit meiner Freundin. Da war ich natürlich eher mit der Dame beschäftigt und es blieb keine Zeit mir neue Sachen zu überlegen.

Seither habe ich Sabrina mit größeren Aktionen eher verschont. Ein paar Kleinigkeiten hab ich mir noch geleistet, aber über die erzähle ich euch ein anderes Mal.

 

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