Schwarz und Weiß

 

 Jetzt hatte ich also in meinem neuen Stall meine Paddockbox bezogen und mich auch recht schnell eingelebt. Am Anfang haben sie schon ein wenig merkwürdig geschaut, die Menschen, als sie ein so großes "buntes" Warmblut gesehen haben. Sabrina mußte einige Fragen und nette Bemerkungen über sich ergehen lassen. Das fing an bei "Ich dachte die gibts nur in klein, in so groß habe ich die noch gar nie gesehen" über "wo ist denn dein Lendenschurz? Dein Indianerpferd hast du ja schon" bis hin zu "Sind Schecken nicht in der Regel aggressiver?". Aber Sabrina nahm das ehrlich gesagt ziemlich gelassen hin. "Die werden sich schon noch an uns gewöhnen" sagt sie mir immer wieder. Und tatsächlich gewöhnten sich alle relativ schnell an uns.

Auch in meinem neuen Stall, in dem ich ja nun bis heute wohne, habe ich so einiges erlebt.

Bauchschmerzen hatte ich immer mal wieder, und mit der Zeit wieherte ich dem Tierarzt schon zu, das fand Sabrina natürlich nicht so toll. aber sie war ja auch immer froh den der Mann mit der Spritze kam. Das hat schon an ihren Nerven gezehrt diese Koliken.

Na ja, die Zeit von August bis Dezember?? verlief eigentlich relativ ruhig, jetzt wo wir eine große Reithalle hatten, ging Sabrina oft mit mir dorthin zum reiten. Das funktionierte auch ganz gut, Sabrina nahm einmal die Woche Unterricht und ich bekam auch beigebracht wie das so ist mit dem Dressurreiten.

Und dann hatte ich im Januar ganz plötzlich ganz große Schmerzen am Vorderbein. Ich konnte gar nicht mehr richtig auftreten. Aua, tat das weh!

Unser Tierarzt war nicht zu erreichen, also rief Sabrina einen anderen Tierarzt an. Der kam dann auch sehr schnell. Er hat sich angeschaut wie ich laufe und gemeint es wäre wohl besser, wenn Sabrina mich zu ihm in die Klinik bringen würde, da könnte er gleich abspritzen und Röntgenaufnahmen machen. Es könne sich eigentlich nur um eine Gelenksentzündung oder im ungünstigeren Fall um eine Hufrollenentzündung handeln.

Das war für Sabrina mal wieder das Stichwort, um die Gesichtsfarbe zu wechseln. Mittlerweile konnte sie das ja fast bis zur Perfektion.

Sabrina kümmerte sich darum, jemanden zu finden, der uns in die Klinik bringen konnte. Drei Tage später also fuhren wir zu unserem Termin in die Klinik. Dort bekam ich erst einmal eine Box. Die Untersuchung wurde auf den nächsten Tag verschoben, weil der Tierarzt im OP stand und überhaupt keine Zeit für uns hatte. Also stand Sabrina noch eine Weile in der Box, aber dann mußte sie auch gehen. Allerdings nicht, ohne alle Helferinnen in der Klinik darauf hinzuweisen, dass ich meine Bewegung brauche weil ich Koliker bin. Das hatte den Vorteil, dass ich ein paar mal am Tag eine der Tierarztarzthelferinnen spazieren führen durfte.

Am nächsten Morgen wurden dann die ersten Untersuchungen durchgeführt. Die Röntgenbilder waren wohl ok, weil nachdem sie die Bilder gemacht hatten rückten sie mit Spritzen an. Aber auch da fanden sie scheinbar nichts und so mußte ich am nächsten Tag nochmal ein paar Spritzen über mich ergehen lassen. Aber dann, bei der letzten Spritze, da tats dann plötzlich gar nicht mehr weh. Der Schmerz war wie weggeblasen. Der Tierarzt wußte deswegen wohl dann auch, dass es eine Entzündung im Hufgelenk sein mußte und hinten im Kniegelenk.

Dann bekam ich noch Spritzen direkt in die Gelenke und mußte noch zwei Tage in der Klinik bleiben, bis Sabrina mich holen konnte. Was hat die sich gefreut, als sie mich wieder mit heim nehmen durfte. Die hat kleine Tränchen in den Augen gehabt. Ich habs genau gesehen.

Aber mit Reiten war natürlich erst einmal nichts drin. Wir hatten einen Plan mitbekommen, wie wir die Belastung langsa steigern mußten. Die erste Woche durfte ich gar nichts machen. Und danach jede Woche immer 5 Minuten länger an der Hand laufen gehen.

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich das richtig ätzend und langweilig fand mit der Zeit. Ich war dann manchmal so heftig beim Führen, dass Sabrina nur noch mit Reithelm geführt hat, weil ich ein paar mal rumgespungen und rumgestiegen bin und dabei auch nur knapp an ihrem Kopf vorbei bin.

Fast 12 Wochen haben wir das gemacht, und dann hat sic Sabrina langsam wieder draufgesetzt - natürlich auch nur im Schritt. Also Sabrina wollte nur Schritt, da mir das aber zwischndrin einfach mal zu langweilig war, dachte ich es muß einfach mal etwas Action her. Ich hab dann kurzzeitig immer mal wieder den Turbo eingeschaltet. Ich muß zugeben Sabrina ist ne ganze Zeitlang auch wirklich ordentlich draufgesessen. Aber dann wurds mir irgendwie zu doof und ich hab nicht nur ordentlich Tempo gemacht, sonder bin auch gleich dabei ein bißchen gesprungen. Tja, das hat Sabrina dann nicht mehr gesessen. Da hats einen ziemlichen Schlag gelassen und dann war Stille in der Halle. Ich bin stehengeblieben und neben mir krabbelte Sabrina auf dem Hallenboden neben der Bande rum, die gerade Bekanntschaft mit ihrem Helm gemacht hatte. Da tat sie mir auch schon wieder leid.

Sie rappelte sich hoch, atmete tief durch und war etwas grün im Gesicht. Aber ich muß schon sagen, hart im nehmen ist sie schon in solchen Sachen. Schwankte die doch tatsächlich mit wackeligen Beinen und den Zügeln in der Hand zum Treppchen von dem aus sie immer aufsteigt, warf mir die Zügel übern Hals und saß nochmal wieder auf. Aber so richtig gut gings ihr nicht, das hab ich gemerkt. als die Leute ihr gesagt haben, sie solle doch jetzt endlich absteigen, hat sie nur gemeint: "Nein, heute dürfen wir zum ersten mal 45 Minuten Schritt gehen. Bleiben also noch 15 Minuten. Nach 15 Minuten stieg sie dann auch ab, schwankte mit mir zur Tür und machte mich in meiner Box fertig. Dazwischen machte sie immer kleine Pausen und setzte sich auf den Boden um durchzuatmen.

Die nächsten zwei Tage wurde ich wieder nur geführt - Sabrina hatte eine Gehirnerschütterung und durfte sich nicht anstrengen. Bis wir wieder richtig arbeiten durften Ende März/Anfang April, hatte ich schon noch ein paar tolle stunts für Sabrina auf Lager, aber die hat sie alle ganz gut überstanden. Meistens waren ja eh nicht soviele Leute in der Halle, weil wenn wir in di eHalle kamen gingen alle anderen recht schnell raus. Komisch?!

Anfang April fingen wir dann langsam an wieder richtig zu arbeiten, es war nicht mehr lang hin bis zur Koppelsaison und langsam war der Reitplatz auch wieder bereitbar. Trotzdem hat sich Sabrina erst einmal nicht getraut auf dem Paltz zu reiten, weil sie sich wohl nicht sihcer war was ich so anstelle da unten. Aber davon kann ich euch ja dann das nächste Mal erzählen.

15.4.10 17:22

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